Hallo, mein Name ist Johannes, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Meschede-Bonacker..

Bevor ich 2010 die Realschule mit der Fachoberschulreife abgeschlossen habe, war für mich klar, dass ich erstmal eine Ausbildung machen wollte. Da ich mich schon immer gerne in der Natur und an der frischen Luft aufgehalten habe und handwerklich aktiv war, habe ich mich in der grünen Branche orientiert. Zudem wollte ich erstmal mein eigenes Geld verdienen um unabhängiger zu sein. Die Berufserkundungstage und das Schulpraktikum absolvierte ich als Gärtner. Dabei merkte ich, dass der Beruf sehr vielseitig und abwechslungsreich ist. Zu dem informierte ich mich im Netz über die Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Beruf.

Da mit einer Ausbildung der Grundstein sowohl für eine Aufstiegsfortbildung (Meister/Agrarbetriebswirt) als auch ein Studium gelegt ist, entschied ich mich, eine duale Ausbildung als Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau zu machen. So startete ich am 1.8.2010 mit meiner Ausbildung als Landschaftsgärtner bei der Firma Felix Müller Garten & Landschaftsbau/ Baumpflege in Meschede. Der praktische Teil der Ausbildung im Betrieb bestand aus dem Neubau, der Pflege und der Instandhaltung von privaten, gewerblichen und öffentlichen Gartenanlagen. Zusätzlich nahm ich an sieben überbetrieblichen Ausbildungslehrgängen teil. Diese fanden in den Bildungszentren in Münster und Warendorf statt und vermittelten sowohl praktisches als auch theoretisches Wissen. Unter anderem lernt man dort z. B. die Bedienung von Baggern und Radladern sowie den Umgang mit der Motorsäge. Die Berufsschule und somit der theoretische Teil der Ausbildung findet einmal wöchentlich und im Winter eines jeden Lehrjahres in einem vier Wochen langem Blockunterricht in Arnsberg statt. Die Ausbildung ist praktisch als auch theoretisch sehr interessant. Nahezu jeder Tag brachte neue Herausforderungen mit sich, ob es um die Neuanlage eines Terrassenbereichs, Hauseingangs, Gartenteichs oder die Pflege von Gehölzen und anderen Grünflächen ging. Um diese Arbeiten präzise durchzuführen, benötigt man einen modernen Maschinenpark. Und ebenso diverse Mess-, Pflege- und Handwerkzeuge, die es richtig einzusetzen und zu pflegen galt. Die einzelnen Arbeitsschritte, Maschinen und Werkzeuge wurden mir immer gut erklärt. Dennoch ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, dass man selbst großes Interesse und Ehrgeiz zeigt, auch wenn man auch an einigen Themenbereichen persönlich eher weniger interessiert ist.

Ein Highlight der Ausbildung war der Berufswettkampf, den der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e. V. jährlich im Westfalenpark in Dortmund veranstaltet. Hier kann sich jeder Azubi, der jünger als 24 Jahre alt ist, unabhängig vom Ausbildungsjahr anmelden. Ich habe im zweiten Lehrjahr mit einem Klassenkameraden der Berufsschule teilgenommen. Dort mussten wir mehrere Aufgaben aus praktischen und theoretischen Wissen meistern. Zu unserer Freude gewannen wir diesen zweitägigen Wettkampf. Das brachte neben einem Preisgeld, Gutscheinen und dem Pokal die Qualifikation für die deutsche Meisterschaft mit sich. Diese fand in unserem Fall auf der internationalen Galabaumesse in Nürnberg stattfand. Wir erhielten eine zusätzliche Schulung in Münster und auch meine Firma hat mich sehr unterstützt. In drei Tagen erstellten wir in den Messehallen eine umfangreiche Gartenanlage und belegten hiermit den dritten Platz. Dieser Erfolg machte mich natürlich stolz, und ich merkte damit, dass sich der Ehrgeiz und das Interesse am Beruf ausgezahlt hatten.

Am Ende des dritten Lehrjahres stand nun die mit Abschlussprüfung mit jeweils einem theoretischen, praktischen und mündlichen Teil an, mit der ich die Ausbildung erfolgreich abschloss. Während meiner Ausbildung stellte ich fest, dass ich eher praktisch veranlagt bin und mir die Arbeit draußen mehr Spaß machte als die theoretische. Die Ausbildung allein reichte mir nicht, ich wollte mich noch weiterbilden. Durch die Erkenntnisse, die ich in der Ausbildung gewonnen hatte, war für mich die Fachschule für Agrarwirtschaft die richtige Entscheidung. Bedingung für die Zulassung zur Meisterprüfung sind zwei Gesellenjahre, die ich in meinem Ausbildungsbetrieb absolvierte. Der Fachschulunterricht erweiterte mein Wissen in den einzelnen Bereichen; neu hinzu kamen Betriebs-und Unternehmensführung sowie die Ausbildereignung. Aufgrund des guten Ergebnisses in der Abschlussprüfung bekam ich ein Stipendium. Diese finanzielle Hilfe erleichterte mir das Jahr an der Fachschule, die ich als Gärtnermeister und staatl. Geprüfter Wirtschafter abschloss.

Seitdem bin ich in leitender Position als Baustellenleiter und Ausbilder wieder bei der Firma Felix Müller in Meschede beschäftigt. Wenn ich nochmal in das Berufsleben starten würde, würde ich den gleichen Weg einschlagen, den ich bisher gegangen bin. Und kann nur jedem empfehlen, der sich für die grüne Branche oder den Beruf des Gärtners interessiert, zuerst eine Ausbildung zu machen. Danach kann man entweder als Gärtner arbeiten oder sich für verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten entscheiden. Für welche man sich entscheidet, findet man für sich persönlich am besten in der Ausbildung oder in den ersten Jahren des Berufslebens heraus. 

Ausbildungsbetrieb:

Firma Felix Müller
Meschede

Berufsinformationen:
Berufsbild: Landschaftsgärtner/in

Quelle: Berufe.tv

Ansprechpartner für diesen Beruf:
Agentur für Arbeit Meschede-Soest
Landwirtschaftskammer NRW