Neben der Registrierung, Kennzeichnung und Rücknahme enthält das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) weitere Anforderungen für Unternehmen. Diese betreffen insbesondere die Finanzierung der Altgeräteentsorgung, Rücknahmekonzepte für gewerblich genutzte Geräte, Meldepflichten sowie den Vertrieb über Online-Marktplätze.
Finanzierungsgarantie für B2C-Geräte: Hersteller von Elektrogeräten, die in privaten Haushalten genutzt werden können, müssen nach § 7 ElektroG grundsätzlich eine insolvenzsichere Finanzierungsgarantie nachweisen. Diese stellt sicher, dass die Entsorgung der Altgeräte auch dann finanziert werden kann, wenn ein Hersteller seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommt.
Die Garantie muss bereits bei der Registrierung und anschließend kalenderjährlich nachgewiesen werden. Sie kann beispielsweise durch eine Bankbürgschaft, die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung oder die Teilnahme an einem zugelassenen kollektiven Garantiesystem erbracht werden. Die erforderliche Höhe richtet sich unter anderem nach Geräteart und in Verkehr gebrachter Menge.
Weitere Informationen, einen Garantierechner und eine Übersicht geeigneter Garantiesysteme bietet die stiftung ear zum Thema Finanzierungsgarantien.
Rücknahmekonzepte für B2B-Geräte: Hersteller von Elektrogeräten, die ausschließlich oder gewöhnlich außerhalb privater Haushalte genutzt werden, müssen nach § 7a ElektroG ein Rücknahmekonzept bei der stiftung ear vorlegen. Eine insolvenzsichere Finanzierungsgarantie ist für diese Geräte grundsätzlich nicht erforderlich.
Das Rücknahmekonzept muss für jede Geräteart beschreiben, wie eine zumutbare Rückgabemöglichkeit für gewerbliche Endnutzer geschaffen wird. Dazu gehören insbesondere Angaben zu Rücknahmestellen, Rückgabeabläufen und gegebenenfalls beauftragten Entsorgungsunternehmen.
Das Konzept ist bereits bei der Registrierung einzureichen. Änderungen müssen unverzüglich mitgeteilt werden. Hersteller tragen grundsätzlich die Kosten der Entsorgung, soweit keine gesetzliche Ausnahme oder zulässige abweichende Vereinbarung mit gewerblichen Kunden besteht. Für sogenannte historische Altgeräte gelten besondere Kostenregelungen.
Informationen zur Erstellung und Einreichung bietet die stiftung ear – Rücknahmekonzept für B2B-Geräte.
Pflichten von Online-Marktplätzen und Fulfilment-Dienstleistern: Betreiber elektronischer Marktplätze und Fulfilment-Dienstleister müssen sicherstellen, dass sie keine gesetzlich untersagten Dienstleistungen für nicht ordnungsgemäß registrierte Hersteller erbringen.
Online-Marktplätze dürfen das Anbieten oder Bereitstellen entsprechender Elektrogeräte nicht ermöglichen. Fulfilment-Dienstleister dürfen für diese Geräte insbesondere keine Lagerhaltung, Verpackung, Adressierung oder Versanddienstleistungen übernehmen.
Unternehmen sollten daher die ordnungsgemäße Registrierung der jeweiligen Hersteller überprüfen. Maßgeblich sind die registrierte Marke und Geräteart. Eine WEEE-Registrierungsnummer allein belegt nicht zwangsläufig, dass sämtliche angebotenen Produkte von der Registrierung erfasst sind.
Die Prüfung ist über das öffentliche Herstellerverzeichnis der stiftung ear möglich.
Mengenmeldungen und Berichtspflichten: Hersteller und Bevollmächtigte müssen der stiftung ear regelmäßig Angaben über in Verkehr gebrachte, zurückgenommene und entsorgte Elektrogeräte übermitteln.
Dabei gelten insbesondere folgende Fristen:
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B2C-Geräte: Meldung der in Verkehr gebrachten Mengen grundsätzlich monatlich bis zum 15. des Folgemonats.
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B2B-Geräte: Meldung der in Verkehr gebrachten Mengen grundsätzlich jährlich bis zum 30. April des Folgejahres.
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Rücknahme und Entsorgung: Weitere Mengenangaben, beispielsweise zu zurückgenommenen, recycelten oder verwerteten Altgeräten, sind je nach Meldepflicht ebenfalls bis zum 30. April des Folgejahres zu übermitteln.
Auch Händler, die zurückgenommene Elektroaltgeräte nicht an Hersteller oder öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger übergeben, sondern eigenverantwortlich einer Behandlung und Verwertung zuführen, unterliegen entsprechenden jährlichen Meldepflichten.
Die Meldungen erfolgen elektronisch über das ear-Portal. Weitere Informationen enthält die Fristenübersicht der stiftung ear.
Anforderungen an die Produktgestaltung: Hersteller müssen bei der Entwicklung von Elektrogeräten nach § 4 ElektroG die spätere Wiederverwendung, Demontage und Verwertung berücksichtigen. Bei batteriebetriebenen Geräten ist insbesondere darauf zu achten, dass Altbatterien und Akkumulatoren möglichst einfach und zerstörungsfrei entnommen werden können. Ist eine Entnahme durch Endnutzer nicht möglich, muss diese grundsätzlich durch unabhängiges Fachpersonal mit handelsüblichem Werkzeug erfolgen können. Für bestimmte Geräte bestehen Ausnahmen, beispielsweise aus Sicherheitsgründen.